Zum 30sten: 11 persönliche Eindrücke vom SpoBis 2026 – und einige konstruktiv-gut-gemeinte Impulse für nächstes Jahr (Spoiler: ich fand‘s gut und komme 2027 wieder).
1. Man weiß. was man bekommt – und was man nicht bekommt. Und das ist auch gut so. Der SpoBis als Familientreffen und Netzwerkplattform ist planbar, erwartbar, verlässlich und funktioniert. Gut aber auch, dass es keine Zweiklassengesellschaft mehr gibt, aus Fehlern gelernt, super! Also weiter so Marco und Team.
2. Netzwerken steht im Vordergrund. Wer hingeht und sogar noch die Chatfunktion in der App aktiviert hat, sollte „anspielbar“ sein. Ghosting, rar machen nervt. Ein „Nein, Danke“ reicht ja manchmal schon, wenn man denn partout niemanden treffen mag oder zu wichtig für diese Welt ist – soll es ja auch geben…
3. Der SpoBis repräsentiert programmlich und mit seinen Besuchern*innen weiterhin den kommerziellen, medialisierten Sport. Und das Fußballbusiness. Nicht mehr und nicht weniger. Diversity ist deshalb so wie in der ganzen Branche weiterhin ein Thema. Aber keines, dass der SpoBis lösen kann oder muss. Impulse für neue Themen können aber durchaus von allen Marktteilnehmer kommen… wie wär es 2027 mit „3 KI-Use Cases im Sportmarketing, die funktionieren und Geld verdienen“ oder „NFL – vom Hype ins relevant Set“ oder „Paramount trifft Netflix trifft Amazon trifft Disney Plus“ oder „Sportmarketing-Creativity – die besten Spots und Kampagnen 2026“ oder „Sportmanagement-Ausbildung – woran arbeitet die Wissenschaft?“ Weitere Ideen welcome!
4. Das Programm ist internationaler geworden. Weitaus mehr als das Publikum, aber das kann ja noch werden… oder lohnt es das mit dem „größter der Welt“ mal zu hinterfragen?
5. Das Business des Sports steht im Vordergrund – logisch, ist ja auch der SpoBIS. Media, Medien, Medienrechte bräuchten aber mehr Raum. Denn da kommt am Ende direkt (Medienrechte) und indirekt (Medialisierung) „die Marie“ her. Ganz zu Schweigen davon, dass mit Sky und RTL, Personalabbau von Sport1 bis Sat1, den globalen Streamern, der Rolle von Athleten*innen als Influencer u.v.m. der Markt dauerhaft in Wallung ist. Früher gab‘s dafür den kleinen SpoBis – Chancen für ein Revival?
6. Wie jedes Jahr wird auf dem Kongress thematisch-inhaltlich „eine Sau durchs Dorf getrieben“ – dieses Jahr m.E. – zu Recht – der Frauenfußball und erstaunlicherweise nicht KI und KI und KI, wie sonst überall. Manchmal wünscht man sich jedoch, dass das Borstentier im Folgejahr wieder kommt, man dranbleibt, vertieft, verfolgt, kritisch begleitet, statt das nächste Schweinderl einmalig durchs Congress-Center am Dammtor zu hetzen.
7. Die SpoBis-Macher, die (Sport)Stadt Hamburg, das deutsche Sportbusiness und seine Player könnten rund um den SpoBis deutlich mehr machen. Benchmark ist das OMR-Festival. Wo sind die Side-Events großer Sportsponsoren oder der in Hamburg ansässigen Platzhirsche oder anderer Big Player der Branche? JvM Sports hat‘s 2026 mit dem Cannes-Creativity-Side-Event vorgemacht. Wenn der Anspruch ist „das weltweit größte Sportbusiness-Event“ sein zu wollen, könnte, sollte, müsste „das deutsche Sportbusiness“ bolder, selbstbewusster, größer auftreten, inszenieren, begeistern. Und damit meine ich nicht weitere Dinner-Events für wenige Entscheider*innen. Ein Aufruf an „uns“ alle.
8. Die Location ist top. Größer, moderner, repräsentativer als in Düsseldorf. Feintuning geht aber immer: Sitzecken, kleine Lounges würden helfen – denn auf den X-, Y-, Z-Ebenen kann man de facto nur stehen, stundenlang. Anspruchsvoll, wenn man wie ich 50+ ist und „Knie und Rücken“ hat. In den Museen gibt’s doch auch tragbare Klappstühle für Omma und Oppa – oder mich…
9. Der Termin zum Jahresauftakt passt. Egal ob Superbowl oder olympische Spiele parallel sind. Das Gros der Sportbusiness-Arbeiter*innen ist da eh nicht vor Ort.
10. Sport ist auch Fitness und Gesundheit. Cool, was Edeka gemacht hat vom Studentenfutter über den Obstsalat bis zu den Smoothies. Das SpoBis-Catering war ansonsten nicht nur für mich als Gluten-„Allergiker“ (Crepes, Pizza, Pasta, Leberkäs-Semmel,…☹) eher so „mittel“. Quantität und Verfügbarkeit zwar gut – Qualität, Abwechselung, „Greens“ aber doch ausbaufähig! Also vielleicht mal 10% vom Alkoholbudget in die Salatbar umschichten…?
11. Und last but not least: 2027 wäre etwas weniger Großraumdisco am Abend super – drei Stunden gegen die Mucke Anschreien war dann doch anstrengend… aber wie gesagt, ich bin halt auch über 50…
