Für mehr Diversity im Sportbusiness. Interview mit ESB-online im September 2023.

Für mehr Diversity im Sportbusiness. Interview mit ESB-online im September 2023.

Erschienen bei den geschätzten Kollegen der ESB.
Job-Tandem-Initiative für mehr Diversity im Sportbusiness | ESB Marketing Netzwerk (esb-online.com)

Summit Personal.Marketing bietet im Zuge seines Relaunches ein mehrstufiges Matching mit Fach- und Führungskräften, die in Teilzeit arbeiten möchten, an und vernetzt Tandems pro bono. Steffen Busch (Inhaber, Summit Personal.Marketing) gibt uns im Expertview detaillierte Einblicke zu seiner neuen Job-Tandem-Initiative.

Erkläre uns doch bitte kurz die neuen Jobsharing-Tandems und dein pro-bono-Angebot. Wie funktioniert der Prozess?

Grundsätzlich ermögliche ich Menschen, die «nur» in Teilzeit arbeiten können oder möchten, den Zugang zu Vollzeit-Stellen, und damit zu einem größeren Arbeitsmarkt.
Rein «technisch» passiert das, indem ich Interessierte nach zahlreichen Kriterien und Talenten über meine Datenbank verschlagworte, matche und mit passenden und sich ergänzenden anderen Teilzeit-Kandidaten*innen für eine dann gemeinsame Vollzeitstelle zusammen bringe. Das ganze sehr vertraulich und transparent.

Kandidaten’innen können also bei mir, bei uns, ihre Skills, Ziele, Präferenzen hinterlegen und ich schaue, ob es ein passendes Pärchen-match gibt. Ist dem so, bringe ich die beiden Parteien bei beiderseitigen Interesse und nach einem ersten anonymisierten Profilcheck zusammen. Gern als Tandem für eines meiner Mandate oder um den beiden die Möglichkeit zu geben sich fortan punktuell oder grundsätzlich zusammen zu bewerben.

Ich versuche mit dem Matching also dabei zu unterstützen, dass sich «Pärchen» finden und gemeinsam bewerben können, die sich i.d.R. noch gar nicht kennen aber eigentlich gut ergänzen, zusammen passen, ähnliche Ziele verfolgen.

Ich biete das pro bono, also kostenfrei an, da ich überzeigt bin, mit diesem Angebot mehr weiblichen Fach- und Führungskräften den Zugang oder die Rückkehr ins Sportbusiness zu ermöglichen, wovon wir alle, die Branche, nur profitieren können.

Was waren deine Beweggründe für dieses Angebot und was willst du damit erreichen?

Als Personalberater werde ich, wenn ich als Recruiter bzw. im Executive Search arbeite, fast ausnahmslos engagiert um Vollzeit-Stellen zu besetzen. Gleichzeitig habe ich aber fast täglich mit tolle Menschen und super Karrieren zu tun, die aktuell oder künftig in Teilzeit tätig sein können oder möchten. Oft sind das vor allem weibliche Fach- und Führungskräfte, was – ob man es mag oder nicht – gesellschaftliche Realität ist.

Da ich persönlich  überzeugt bin, dass «dem Sport» mehr Diversität im Management gut täte, kann der Beitrag hoffentlich in puncto Geschlechtervielfalt einen Anstoss für mehr Diversity leisten. Aus dem Markt wurde das Projekt oder die Initiative in den letzten Jahren nicht nur einmal an mich heran getragen.

Natürlich gelingt es mitunter auch Teilzeit-Jobs zu vermitteln, zu besetzen, die Flexibilität ist hier aber in den oft mittelständischen Strukturen «des Sports» eher unterproportional gegenüber anderen Branchen und Strukturen.

Welche Ergebnisse erwartest du mittelfristig?

Hoffentlich den (Wieder)Einstieg von mehr weiblichen Fach- und Führungskräften ins Sportbusiness insbes. auch in den sehr seniorigen Levels.

Aber ehrlich gesagt auch, dass es Schule macht, flexiblere Anstellungsverhältnisse anzubieten, wovon ich aber ohnehin überzeugt bin auch für Freelancer, Interims-Rollen oder Beratermandate auch im Sport.

Für unseren ganz konkreten Fall hier, profitieren ja auch die Arbeitgeber, da es erwiesen ist, dass zwei 50% Stellen quantitativ und qualitativ oft mehr leisten als eine ganze Stelle von einer Person alleine das kann.

Welche Auswirkungen hat vor allem das Fehlen flexibler Arbeitszeitmodelle für dich auf die Diversity im Sportbusiness und wie kann dieses Problem langfristig gelöst werden?

Wie schon erläutert, können größere Strukturen, Konzerne oder der öffentliche Dienst, sicher flexibler Personalstrukturen bauen, als dies «im Sport» der Fall ist, wo man oft mit ein paar Dutzend Planstellen arbeitet, Einsätze auch abseits Montag-Freitag 09-18 Uhr stattfinden oder es mitunter nicht immer einfach ist alles ganz detailliert arbeitsteilig zu delegieren und man froh um Generalisten im Dauereinsatz ist. Teilzeit-Modelle ermöglichen dann vor allem, aber nicht nur, vielen Frauen eine flexiblere Gestaltung von Job und Familie.

Alles in allem zeigt sich, dass «im Sport» vor allem in den seniorigeren Rollen, im Management, auf Abteilungsleiter-Ebene, mit Vollzeitstellen, und eher mit Menschen gearbeitet wird, die nicht Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen. «Wir» verlieren also schlicht dieses Personal, wenn «all or nothing» die Regel ist. Die Tandems sind zunächst also vor allem Mittel zum Zweck für eine flexiblere Arbeitswelt insbes. für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die erste «Bewerbung» nach dem Launch meiner Initiative am 25.09. für eine Tandem-Vermittlung bzw. ein Matching, habe ich übrigens von einem sehr Berufs- und Lebenserfahrenen Mann bekommen…

50+50 = 150!

50+50 = 150!

50+50 = 150!

Seit ungefähr 4 Jahren darf ich mich vermehrt als Speaker, Mentor oder in Interviews und Podcasts zu Diversity im Sportbusiness äußern.

Als Personalberater kann ich fast täglich sogar ganz aktiv auch auf mehr Diversity hinwirken.

So weit, so gut…(?)

Als einen der Hauptgründe aber, warum das Sportbusiness mit zunehmender Seniorität immer noch weibliche Fach- und Führungskräfte verliert, nehme ich auch das Fehlen flexiblerer Arbeitszeitmodelle wahr.

Konkret: mit der Gründung einer Familie, scheint es schwer zu sein insbesondere im Sportbusiness wieder Fuß zu fassen, wenn man nicht Vollzeit arbeitet. Das gilt immer noch vor allem für weibliche Fach- und Führungskräfte, sollte, kann und wird aber sicher auch für den ein oder anderen Mann zutreffen.

Halb-subjektiver proof of concept: in meinem Diplom-Jahrgang 2001 waren wir etwa je hälftig Mädels und Jungs. Heute arbeitet, soweit ich das sehe, kaum mehr eine meiner Kommilitoninnen im Sportbusiness.

Ebenso kann ich zumindest an der Uni Bayreuth als Beirat und im Rahmen der Akkreditierungen beobachten, dass die Zahl der Studentinnen in den berufsbegleitenden Master-Studiengängen für Professionals geringer sind, als in den Bachelor-Studiengängen. Und auch die Quote meiner in 7 Jahren Executive Search letztlich platzierten weiblichen Kandidatinnen liegt trotz aller Bemühungen entlang des gesamten Recruiting-Funnels leider nur bei gut 20%.

Dass weibliche Fach- und Führungskräfte die Branche verlassen, liegt sicher nicht nur an Arbeitszeitmodellen und Familiengründung, sondern sicher auch an kulturellen Aspekten „des Sportbusiness“, an der weltweit fast einzigartigen „fast-Monopolstellung“ einer (noch) Männer-Domäne, des Fußballs, in Deutschland, sondern auch an dem Führungs-Habitus (männlich, GenX, Besitzstand-wahrend, Fußball- und Motorsport-sozialisiert) einiger, nicht aller, für die „das Sportbusiness“ erfüllter kleiner-Jungs-Traum ist.

Um aber aus dem drüber reden (und schreiben) ins Tun, ins Verändern, zu kommen, biete ich ab sofort, um zumindest der Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen Vorschub zu leisten, pro bono das Matching von potentiellen Job Tandems an für Teilzeit-Arbeiterinnen (und natürlich auch Arbeiter).

Jede*r Kandidat*in erhält ein mehrstufiges Matching nach Region, Seniorität, Skills, Zielen und Stärken für den Fit zu anderen Fach- und Führungskräften, die in Teilzeit arbeiten möchten, ich vernetze Tandems und bemühe mich zu beraten, zu begleiten und auch Tandems aktiv zu platzieren. Gerne auch in einem meiner Executive Search Mandate, aber nicht nur. Das alles vertraulich und transparent.

Initiativbewerber*innen welcome!

Aus Summit Sportmarketing wird Summit Personal.Marketing.

Aus Summit Sportmarketing wird Summit Personal.Marketing.

Summit hat eine Frischzellenkur im gar nicht so verflixten siebten Jahr bekommen! Aus Summit Sportmarketing wird dem Markt, den Mandanten und den Themen angepasst: Summit Personal.Marketing.

Summit Personal.Marketing bietet auch weiterhin Ideen, Hilfe und Lösungen für die Herausforderungen einer Arbeitswelt im Wandel und fokussiert sich als Personalberatung im Executive Search wie seit 2016 auf die Sport-, Entertainment- und Medienbranche.

Branchenübergreifend berät Summit zudem in den Bereichen Employer Branding und Organisationsentwicklung Mandanten auch aus der Peripherie des Sportbusiness und anderen Branchen.

Ich persönlich engagiere mich außerdem weiterhin mit Begeisterung für Menschen und Ihre Karrieren jedweder beruflichen Herkunft als Mentor und systemischer Coach für Fach- und Führungskräfte.

Mit dem Relaunch startet zudem auch ein Herzens-Projekt.

Ab sofort biete ich pro bono das Matching von Job Tandems an für Teilzeit-Arbeiterinnen (und natürlich auch Arbeiter). Neben manchen kulturellen Aspekten „unserer Branche“, halte ich das Fehlen flexiblerer Arbeitszeitmodelle für einen der Hauptgründe, warum das Sportbusiness mit zunehmender Seniorität weibliche Fach- und Führungskräfte verliert oder nicht wieder integriert. Dem gilt es auch mit diesem kleinen Projekt Abhilfe zu leisten. Initiativbewerber*innen welcome! Mehr dazu in Kürze u.a. hier.

Und sonst so? Sonst bleibt Summit wie es ist:

  • Augenhöhe, Fachexpertise und Wertschätzung
  • Individuelle Lösungen statt Produkte aus der Schublade
  • Boutiqueberatung mit senior Attention auf allen Mandaten und Projekten
„Stadtflucht light!“

„Stadtflucht light!“

Das Berliner Abendblatt zitierte jüngst eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Arbeiten im ländlichen Raum, die Belege, „dass diese Arbeitsform gut für Umwelt, Regionalentwicklung und vor allem das persönliche Wohlergehen ist.“ Oder wie es mein Schwiegervater sagte: „kluge Wahl, ökologisch, ökonomisch und mit Wohlfühlfaktor. Ach ja, und wann schaffst du das Auto endlich ab?“

Ländlich ist mein neues Büro-Domizil noch nicht, aber da Langen stolze drei S-Bahnstationen südlich von Frankfurt liegt, zählt das ja vielleicht schon.

Denn trotz tagtäglichem intensivem People-Business (aber eben virtuell) und da ich ohnehin i.d.R. bei meinen Mandanten bin, und diese nicht bei mir, bin ich seit 15.08. „aufs Land“ gezogen und habe die mitunter repräsentative Stadtadresse in ÖPNV-Nähe und „mittendrin“ hinter mir gelassen.

Deshalb nachfolgend meine Gedanken und 6 (steile 🙂 Thesen zu den Vorzügen wohnortnahen Arbeitens am Stadtrand:

  1. Social & Media statt Schloss-Allee!
    Die neue „repräsentative“ Adresse ist das LinkedIn-Profil, die Webseite, publiziertes in Podcasts, Blogs, Interviews, der eigene Name auf der Teilnehmerliste von Kongressen und Events.
    Und das gesparte Geld des neuen Büros am Stadtrand gegenüber der Downtown-Adresse geht dann in SEO, Zeit fürs Schreiben und „PR-Arbeit“ oder auch die Bahncard 100.
  2. Lebenszeitkonto Hurra!
    In der schönen neuen Arbeitswelt regiert die Entgrenzung, ob man will oder nicht.
    Ich persönlich bin ganz gut darin noch zu trennen, aber auch nur „ganz“ gut.
    Effizientes Zeitmanagement des unweigerlich entgrenzten Tages, wird also wichtiger, weil Abgrenzung bewiesenermaßen gesünder und effizienter ist. Das schließt einen möglichst ökonomischen Weg zur Arbeit ein. Das Wohnort-nahe Büro also als Gegenentwurf zu Lebens- und Arbeitszeit „verpendeln“. Aber Achtung: die Realität ist meist noch, dass große Teile gewonnener Pendelzeit zu Arbeitszeit werden*.
  3. Fußabdruck (CO2 / ökologischer) Größe 34 statt 47!
    Echter ökologischer Beitrag ganz ohne Verzichtschmerzen?
    Oder Greenwashing derer, die ihre SUV‘s gegen zwei neue Teslas und ein Urban Arrow Lastenbike tauschen und denken, dass Nachhaltigkeit nicht Verzicht, sondern grüngewaschener Konsum-Exzess ist…
    Tausche also wirklich das Auto, den Bus, die Bahn, Park and Ride Beton gegen Fahrrad- oder Fußweg für die paar hundert oder tausend Meter ins neue Büro „in der Nachbarschaft“. Plausi-Check done (und ich bin/war nun wirklich ein Auto gern- und viel-Fahrer)
  4. Frankfurt ist schön!
    Das Umland aber auch. Und eindeutig grüner.
    Lunchpause also am Langener Paddelteich oder im Naturschutzgebiet zwischen Dreieich und Langen (siehe Berliner Abendblatt, Bertelsmann Stiftung zum „persönlichen Wohlergehen“…).
  5. Sozial- und Solidargemeinschaft. Statt „nur“ Bürogemeinschaft!
    Support your local dealer! Das dürfte der Mittagstisch Italiener im Westend oder mein Stamm-Chinese im Bahnhofsviertel anders sehen, aber gut.
    Man wird als „ortsansässiger Unternehmer“ Teil einer Community, einer lokalen Stadtgesellschaft, trifft die Menschen, die man auch im Verein trifft oder beim Elternabend. Das (-> Solidargemeinschaft!) halte ich durchaus für wichtig, wo wir uns doch in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu oft auf „agree to disagree“ geeinigt haben.
  6. Familie. Kompatibel!
    Last but not least: Papa (oder Mama) ist künftig nicht mehr „weg … und im Büro“, sondern in Fahrrad-weite entfernt, wenn (Spoiler: Lehrermangel) Schule ausfällt, Betreuung „platzt“.
    Das Büro in Wohnort-Nähe kann also zweites Hausaufgaben-, Spiel- oder Wartezimmer (vor dem Training) für die lieben kleinen und mittelgroßen werden.

In diesem Sinne: auf in die Peripherie ins wohnungsnahe Büro.
Visitors Welcome!!!

Ein Arbeitspapier der in London ansässigen Osteuropabank (EBRD) fand heraus, dass im Durchschnitt von 27 Ländern die Heimarbeit den Beschäftigten 72 Minuten Pendelei pro Tag erspart hat. Von diesem Zeitgewinn wurden demnach allerdings ganze 40 Prozent den Arbeitgebern geschenkt.  Auf der Grundlage der „Global Survey of Working Arrangements“ der Bank stellte sich auch heraus, dass von der Pendelzeit 34 Prozent in die Freizeit investiert wurde; elf Prozent wurden durchschnittlich für Sorgearbeit aufgewandt – mit einem größeren Anteil bei Familien mit Kindern.(Quelle, gefunden bei: capital.de)