Besser die Besten begeistern. Und binden!

Besser die Besten begeistern. Und binden!

Es ist auf den letzten Metern im Recruiting manchmal ein bisschen so, wie bei meiner letzten Erfahrung im Autohaus (Marke sag ich nich :). Ein Unternehmen (deren Ingenieure, Marketing, Vertrieb…) investiert viel Zeit und Geld, um den Kunden „über die Schwelle“ zu bekommen, also ins Autohaus, und wenn der Kunde dann mit imaginär gezücktem Portemonnaie in der Ausstellung steht, schreitet der vollstreckende Autoverkäufer zur Tat und schreddert all die schönen Markenversprechen, die Autoträume und einen dem König Kunde schmeichelnden Vertragsabschluss.

Nun ist das im Autohandel sicher eine Ausnahme und Parallelen zum Recruiting mögen bemüht wirken. Wieso aber schulen wir i.d.R. ab Berufsstart fast jeden Mitarbeiter in Präsentationstechniken, Vertrieb, Projektmanagement, Führung, Office-Anwendungen, Fremdsprachen u.v.m., lassen aber ebenso fast jeden Mitarbeiter im try and error Verfahren und autodidaktisch befähigt auf das zunehmend kostbare Gut der Kandidaten*innen, los, verkaufen uns, Jobs und das Unternehmen nicht authentisch und gut genug und verdaddeln so die Anstellung wertvoller neuer Kollegen*innen?

Bewerbermärkte, direkter oder indirekter Fachkräftemangel haben doch längst über fast alle Branchen  die Spielregeln und Machtverhältnisse wieder verändert. Und, was dabei oft vergessen wird: die Erfahrungen, die Kandidaten im Recruiting-Prozess machen, sind mehr denn je entscheidend, ob jemand zu- oder absagt. Der Prozess ist inzwischen mindestens so wichtig wie das Angebot (siehe z.B. BCG & the network mit „decoding global talent“ 2023 oder stepstone „Bewerbungsmythen“ 2021).

Unter dem Arbeitstitel Recruiting Boot Camp biete ich mit einem niederschwelligen 2-tägigen Upskilling Workshop ein Angebot, dass hier Abhilfe schaffen kann. Das Recruiting Boot Camp ist kein Training für das Führen von Vorstellungsgesprächen mit Fragenkatalogen, dem Üben von Assessment-Tools oder „Personaler-Kniffen“. Es geht vielmehr darum, rekrutierende Mitarbeiter aus der Personal- und vor allem den Fachabteilungen, auf ein seniorigeres, reflektierteres Niveau als Recruiter zu bringen mit Theorie, Benchmarks und vielen Übungen. Zielgruppe sind alle Unternehmen, egal welcher Branche, die im Kampf um die besten Talente vor der Welle schwimmen wollen.

Folgende Aspekte erachte ich als zentral und betrachtenswert für einen zeitgemäßen Recruiting-Prozess im Wettbewerb um die Besten. All diese Aspekte finden Berücksichtigung im Recruiting Boot Camp:

  • Geschwindigkeit
  • Der Einsatz von Technologie & KI
  • Nähe & Verbindlichkeit
  • Einheitliche Standards, Transparenz & abgrenzbare Prozessschritte
  • Job & Employer Branding und die Nutzenperspektive einer identitätsorientierten Markenpositionierung
  • Augenhöhe und aktives Zuhören, systemische Fragen und Transfers aus dem Coaching
  • Stärkenorientierung
  • Abschlussorientierung

Mein Angebot hierzu: https://www.summit-personal-marketing.de/#bootcamp

Gerne präsentiere ich das Recruiting Boot Camp bei einem unverbindlichen Kennenlernen.

Für mehr Diversity im Sportbusiness. Interview mit ESB-online im September 2023.

Für mehr Diversity im Sportbusiness. Interview mit ESB-online im September 2023.

Erschienen bei den geschätzten Kollegen der ESB.
Job-Tandem-Initiative für mehr Diversity im Sportbusiness | ESB Marketing Netzwerk (esb-online.com)

Summit Personal.Marketing bietet im Zuge seines Relaunches ein mehrstufiges Matching mit Fach- und Führungskräften, die in Teilzeit arbeiten möchten, an und vernetzt Tandems pro bono. Steffen Busch (Inhaber, Summit Personal.Marketing) gibt uns im Expertview detaillierte Einblicke zu seiner neuen Job-Tandem-Initiative.

Erkläre uns doch bitte kurz die neuen Jobsharing-Tandems und dein pro-bono-Angebot. Wie funktioniert der Prozess?

Grundsätzlich ermögliche ich Menschen, die «nur» in Teilzeit arbeiten können oder möchten, den Zugang zu Vollzeit-Stellen, und damit zu einem größeren Arbeitsmarkt.
Rein «technisch» passiert das, indem ich Interessierte nach zahlreichen Kriterien und Talenten über meine Datenbank verschlagworte, matche und mit passenden und sich ergänzenden anderen Teilzeit-Kandidaten*innen für eine dann gemeinsame Vollzeitstelle zusammen bringe. Das ganze sehr vertraulich und transparent.

Kandidaten’innen können also bei mir, bei uns, ihre Skills, Ziele, Präferenzen hinterlegen und ich schaue, ob es ein passendes Pärchen-match gibt. Ist dem so, bringe ich die beiden Parteien bei beiderseitigen Interesse und nach einem ersten anonymisierten Profilcheck zusammen. Gern als Tandem für eines meiner Mandate oder um den beiden die Möglichkeit zu geben sich fortan punktuell oder grundsätzlich zusammen zu bewerben.

Ich versuche mit dem Matching also dabei zu unterstützen, dass sich «Pärchen» finden und gemeinsam bewerben können, die sich i.d.R. noch gar nicht kennen aber eigentlich gut ergänzen, zusammen passen, ähnliche Ziele verfolgen.

Ich biete das pro bono, also kostenfrei an, da ich überzeigt bin, mit diesem Angebot mehr weiblichen Fach- und Führungskräften den Zugang oder die Rückkehr ins Sportbusiness zu ermöglichen, wovon wir alle, die Branche, nur profitieren können.

Was waren deine Beweggründe für dieses Angebot und was willst du damit erreichen?

Als Personalberater werde ich, wenn ich als Recruiter bzw. im Executive Search arbeite, fast ausnahmslos engagiert um Vollzeit-Stellen zu besetzen. Gleichzeitig habe ich aber fast täglich mit tolle Menschen und super Karrieren zu tun, die aktuell oder künftig in Teilzeit tätig sein können oder möchten. Oft sind das vor allem weibliche Fach- und Führungskräfte, was – ob man es mag oder nicht – gesellschaftliche Realität ist.

Da ich persönlich  überzeugt bin, dass «dem Sport» mehr Diversität im Management gut täte, kann der Beitrag hoffentlich in puncto Geschlechtervielfalt einen Anstoss für mehr Diversity leisten. Aus dem Markt wurde das Projekt oder die Initiative in den letzten Jahren nicht nur einmal an mich heran getragen.

Natürlich gelingt es mitunter auch Teilzeit-Jobs zu vermitteln, zu besetzen, die Flexibilität ist hier aber in den oft mittelständischen Strukturen «des Sports» eher unterproportional gegenüber anderen Branchen und Strukturen.

Welche Ergebnisse erwartest du mittelfristig?

Hoffentlich den (Wieder)Einstieg von mehr weiblichen Fach- und Führungskräften ins Sportbusiness insbes. auch in den sehr seniorigen Levels.

Aber ehrlich gesagt auch, dass es Schule macht, flexiblere Anstellungsverhältnisse anzubieten, wovon ich aber ohnehin überzeugt bin auch für Freelancer, Interims-Rollen oder Beratermandate auch im Sport.

Für unseren ganz konkreten Fall hier, profitieren ja auch die Arbeitgeber, da es erwiesen ist, dass zwei 50% Stellen quantitativ und qualitativ oft mehr leisten als eine ganze Stelle von einer Person alleine das kann.

Welche Auswirkungen hat vor allem das Fehlen flexibler Arbeitszeitmodelle für dich auf die Diversity im Sportbusiness und wie kann dieses Problem langfristig gelöst werden?

Wie schon erläutert, können größere Strukturen, Konzerne oder der öffentliche Dienst, sicher flexibler Personalstrukturen bauen, als dies «im Sport» der Fall ist, wo man oft mit ein paar Dutzend Planstellen arbeitet, Einsätze auch abseits Montag-Freitag 09-18 Uhr stattfinden oder es mitunter nicht immer einfach ist alles ganz detailliert arbeitsteilig zu delegieren und man froh um Generalisten im Dauereinsatz ist. Teilzeit-Modelle ermöglichen dann vor allem, aber nicht nur, vielen Frauen eine flexiblere Gestaltung von Job und Familie.

Alles in allem zeigt sich, dass «im Sport» vor allem in den seniorigeren Rollen, im Management, auf Abteilungsleiter-Ebene, mit Vollzeitstellen, und eher mit Menschen gearbeitet wird, die nicht Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen. «Wir» verlieren also schlicht dieses Personal, wenn «all or nothing» die Regel ist. Die Tandems sind zunächst also vor allem Mittel zum Zweck für eine flexiblere Arbeitswelt insbes. für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die erste «Bewerbung» nach dem Launch meiner Initiative am 25.09. für eine Tandem-Vermittlung bzw. ein Matching, habe ich übrigens von einem sehr Berufs- und Lebenserfahrenen Mann bekommen…